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Ignaz Franz Xaver von Wilhelm
Coelum aspectabile Christiano-politica astronomia in instructione principis observatum.
München, Magdalena Riedlin, 1739
 
Ignaz Franz Xaver von Wilhelm (*1674) gehörte neun Jahre lang dem Jesuitenorden an, den er 1701 jedoch wieder verließ. Als Kabinettsekretär der Wittelsbacher war er vor allem ein Mann der politischen Praxis, der sich aber in seinen zum Teil nur handschriftlich überlieferten literarischen Arbeiten nicht nur mit tagespolitischen Fragen auseinandersetzte, sondern auch versuchte, die Geschichte in den Dienst der Politik zu stellen. Diese Tendenz hat auch die Anlage seiner beiden emblematischen Fürstenspiegel, des 'Annus politicus' und des 'Coelum aspectabile', bestimmt.
Zwar weist das Titelblatt das Werk 'Coelum aspectabile' als zweiten Teil des' Annus politicus' aus, aber beide Bände unterscheiden sich in ihrer Konzeption so gravierend, daß sie als eigenständige Werke angesehen werden können. Der zweite Teil des 'Annus politicus' ist einfacher strukturiert. Er enthält zwölf einteilige "Diskurse", deren ganzseitige Eingangsbilder ein Tierkreiszeichen und einen emblematischen Sachverhalt bieten, denen jeweils ein eigenes Motto zugeordnet ist und deren Sinn in einer Subscriptio aus sechs lateinischen Versen erläutert wird. Die Diskurse selbst sind eng auf die Tafeln bezogen, die sie einer Allegorese unterziehen, teilweise aber auch über die abgebildeten Sachverhalte hinausgehen. Die den einzelnen Tierkreiszeichen zugeordneten Diskursthemen finden sich im Inhaltsverzeichnis, S. 3-6, zusammengestellt. Die dort genannten Bibelzitate sind auch in der Datenbank bei den entsprechenden Emblemen jeweils angeführt, da sie einen Bezug zum Sinnbild aufweisen können.
An Wilhelms emblematischen Fürstenspiegeln waren namhafte Augsburger Künstler beteiligt, die für eine hohe technische Qualität der Illustrationen gesorgt haben und das Werk den Zwecken höfischer Repräsentation dienlich machten.
 
Literatur: de Backer / Sommervogel, Bd. 8, Sp. 1134. - Bosl: Bayerische Biographie, S. 848. - Peil: Fürstenspiegel, S. 79-89.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 643
 
Künstler: Hieronymus Sperling
 
Sprache(n): lt.     -    Format: 2
Signatur: UBM: 0014/W 2 Hist. 570(2








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Ignaz Franz Xaver von Wilhelm
Annus politicus per duodecim discursus tum critico-politicos, tum politico-historicos evolutus
München, Magdalena Riedlin, 1731
 
Ignaz Franz Xaver von Wilhelm (*1674) gehörte neun Jahre lang dem Jesuitenorden an, den er 1701 jedoch wieder verließ. Als Kabinettsekretär der Wittelsbacher war er vor allem ein Mann der politischen Praxis, der sich aber in seinen zum Teil nur handschriftlich überlieferten literarischen Arbeiten nicht nur mit tagespolitischen Fragen auseinandersetzte, sondern auch versuchte, die Geschichte in den Dienst der Politik zu stellen. Diese Tendenz hat auch die Anlage seiner beiden emblematischen Fürstenspiegel, des 'Annus politicus' und des 'Coelum aspectabile', bestimmt.
Der Titel des 'Annus politicus' gibt hinreichend Aufschluß über die Anlage des Werkes. Der Band enthält zwölf zweiteilige "Diskurse"; zunächst wird eine politische Frage grundsätzlich erörtert, die dann im zweiten Teil des Diskurses an Exempeln aus der Geschichte des bayerischen Herrscherhauses erläutert wird. Die genealogische Abfolge bestimmt dabei die Ordnung der Exempel, die mit Karl dem Großen beginnt und mit Karl Albrecht, dem Vater Maximilian Josephs, des Adressaten des Werks, endet. Da Wilhelm auch über den geschichtlichen Rahmen der Exempel ausführlich informiert, enthält sein Fürstenspiegel über eine Sammlung staatstheoretischer Traktate hinaus auch ein Kompendium bayerischer Geschichte. Jedem Diskurs wird ein ganzseitiger Kupferstich vorangestellt, der formatfüllend einen emblematischen Sachverhalt abbildet und ein Motto sowie im oberen Bildteil das Portrait der jeweiligen Exempelgestalt enthält. Putten oder Personifikationen im Bildvordergrund sind mit ihrem Handeln auf den emblematischen Sachverhalt bezogen, so daß jeder Kupferstich ein emblematisch-allegorisch-genealogisches Ensemble bildet. Jeder Diskursteil wird von einer kleinformatigen Pictura-Motto-Kombination beschlossen, die als Vignettenemblem die Aussage des Eingangsbildes noch einmal aufgreift oder perspektiviert. Auch die Putten in den Eingangsinitialen der Diskurse stehen zum Thema meistens in einem sinnvollen Bezug.
An Wilhelms emblematischen Fürstenspiegeln waren namhafte Augsburger Künstler beteiligt, die für eine hohe technische Qualität der Illustrationen gesorgt haben und das Werk den Zwecken höfischer Repräsentation dienlich machten.
 
Literatur: de Backer / Sommervogel, Bd. 8, Sp. 1134. - Bosl: Bayerische Biographie, S. 848. - Peil: Fürstenspiegel, S. 79-89.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 643.
 
 
Sprache(n): lt.     -    Format: 2
Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 912-1








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