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Paolo Giovio
Dialogo dell' Imprese Militari et Amorose
Lyon, Guillaume Rouille, 1574
 
Die mit der Hieroglyphik in vielfachen Beziehungen stehende Impresenkunst, die sich seit dem Ende des 14. Jahrhunderts in Burgund und Frankreich entwickelte, wurde durch französische Vermittlung zu Beginn des 15. Jahrhunderts auch in Italien eingeführt und verbreitete sich zunächst in vorwiegend höfischen Kreisen. Die theoretische Auseinandersetzung mit dieser bildlich-literären Form setzte hingegen entschieden später ein und fand ihren Niederschlag in den Impresentraktaten. Als Begründer dieser gelehrten Tradition kann Paolo Giovio (1483-1552) angesehen werden, dessen Dialogo dell'imprese militari e amorose zuerst 1555 (noch ohne Abbildungen) in Rom gedruckt wurde und später mehrere Neuauflagen und Übersetzungen erlebte. Giovio, der sonst vor allem als Verfasser historischer Schriften hervorgetreten ist und später das Amt des Bischofs von Nocera innehatte, bedient sich in seinem Traktat der Dialogform, die der Humanismus aus der Antike übernommen hat. Er führt sich selbst im Gespräch mit Lodovico Domenichi (1515-1564), seinem späteren Herausgeber, vor und schreibt sich dabei die Führungsrolle zu. Nach einigen Ausführungen über die Herkunft der Impresen, die in Ansätzen schon in der Antike gefunden werden, formuliert Giovio seine fünf Grundregeln für die Erfindung vollkommener Impresen und rezensiert dann mehr oder weniger ausführlich zahlreiche überlieferte Beispiele, die seit der Ausgabe Lyon 1559 auch als Abbildungen geboten werden.
Die Ausgabe Lyon 1574 enthält neben Giovios "Dialogo dell’Imprese militari et amorose" und dem "Ragionamento di Messer Lodovico Domenichi. Nel quale si parla d’Imprese d’armi, e d’Amore" (S. 216ff.) auch "Le Imprese heroiche et morali" (S. 168ff.) des Historikers Gabriele Simeoni (1509-1575) aus Florenz.
Alle drei Teile liegen digitalisiert vor. Von den 102 Holzschnitten aus Giovios "Dialogo" sind die 99, die über ein Motto verfügen, in der Datenbank erfaßt. Simeonis Impresen wurden vollständig übernommen. Hinzukommen noch das Verlegersignet auf dem Titelblatt sowie Simeonis eigene Imprese (S. 168). Jedoch können mit der Blätterfunktion alle Seiten gelesen, heruntergeladen oder augedruckt werden.
 
Literatur: Volkmann, S. 49f. - Schöne (1993), S. 42-45. - Sulzer (1992), S. 79-137. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 5.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 345; vgl. ebd., Nr. 331-337, 342-344. - ARS F.270.
 
 
Sprache(n): it.
Exemplare: UBM: 0014/W 8 Art. 91; ZIKG: SB 174/12 R    -    Signatur: BSB: L.eleg.m. 402 u








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