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Pedro Rodriguez de Montforte
Descripcion de las honras que se hicieron a la Catholica Magd. de D. Phelippe quarto Rey de las Espanas y de nuevo mundo
Madrid, 1666
 
Die 'Descripción de las honras ...' beschreibt das Leichenbegängnis des spanischen Königs Philipp IV. im Jahre 1665. Der Autor, Pedro Rodriguez de Monforte, bekleidete mehrere hohe Ämter am Hof in Madrid. Als königlicher Hofkaplan war er an Vorbereitung und Durchführung der Trauerfeiern beteiligt. Die 'Descripción' ist der Witwe Mariana de Austria gewidmet. Der Bericht ist als abschließender Akt der Feiern zu betrachten. Die 120 Blätter des Quartbandes sind jeweils auf der recto-Seite paginiert; Monforte beschreibt zuerst die letzten Tage und den Tod des Königs (fol. 1-27v), darauf seine Aufbahrung (fol. 29v-35) und die Prozession zum Escorial (35-50); er erklärt, wie es zur Wahl der Kirche La Encarnación als Ort des Trauergottesdienstes kam (fol. 50-54), beschreibt ihre Dekoration (fol. 54-71) und die Sitzordnung der Abgeordneten der spanischen Städte (71-87v). Der Gottesdienst selbst wird nur kurz beschrieben (fol. 87v-88v); es folgen das Leichenbegängnis (fol. 88v-113) und eine Nachrede (113-120).
In zwei Blöcken und ohne Paginierung sind Kupferstiche in das Buch eingebunden, die nach den Dekorationen in der Kirche des Klosters La Encarnación in Madrid entstanden, wo der Trauergottesdienst stattfand. Der erste Block zeigt die 16 Embleme, die in Vorhof und Atrium der Kirche angebracht waren, der zweite Block die 25 Embleme im Kirchenschiff. Die genaue Anordnung der Dekorationen geht aus der Reihenfolge der Stiche nicht hervor und ist auch aus anderen Quellen nicht zu eruieren. Sicher ist nur, daß die Vorlage für den letzten Kupferstich an der Tribüne im Mittelschiff angebracht war. Steven N. Orso beschreibt in seinem Buch 'Art and death at the Spanish Habsburg Court' ein Exemplar, das - jeweils innerhalb der zwei Blöcke mit Kupfern - in der Reihenfolge der Kupfer Unterschiede zum Münchner Exemplar aufweist. Die Differenzen können beim nachträglichen Einbinden der Kupfer in das Werk entstanden sein.
Stecher der Kupfer war Pedro de Villafranca y Malagón, seit 1654 Hofkupferstecher. Er hat auch das Titelkupfer, nach einer Zeichnung von Sebastián de Herrera Barnuero, angefertigt. Die Wappen der spanischen Städte, die Vertreter zu den Trauerfeierlichkeiten abgesandt hatten, waren bereits anläßlich des Leichenbegängnisses des Prinzen Balthasar Carlos im Jahre 1646 gemeinsam von Villafranca, Juan de Noort und Herman Panneels ausgeführt worden; vier der Tafeln wurden unverändert, die fünfte zugeschnitten übernommen.
Die Embleme sind dreiteilig aufgebaut: Der obere, größere Teil des Kupfers wird jeweils von der Pictura eingenommen; in ihr ist auf einem Spruchband das Motto, meist ein Bibelzitat, angeführt; unter der Pictura ist in einem kleineren Bereich ein Tuch in trompe-l’oeil-Manier gezeichnet, auf dem die Subscriptio, gereimte Drei- bis Fünfzeiler, notiert sind.
Mehrere der Picturae greifen zu ungewöhnlichen, nicht vorgeprägten Bildlösungen, in denen der dynastische Fortbestand der spanischen Habsburger-Linie betont wird. Das hängt mit der politisch brisanten Situation am Hof in Madrid zusammen: Nach dem Tod von Philipp IV. hängt der Fortbestand der Habsburger-Herrschaft vom Überleben seines kränklichen, erst fünfjährigen Sohnes Carlos, später Karl II., ab. Aufgrund eines Ehevertrages von 1649 hatte im Falle seines Ablebens der französische König Ludwig XIV. Anspruch auf die spanischen Erblande.
Neben dem gekrönten Schädel und dem Knochenarm mit Sense, die an den Tod des Königs erinnern, kehrt vor allem ein verkrüppelter Baum im Bildvordergrund als Motiv wieder. Die Sonne wird als Symbol für königliche Macht auch auf die möglichen Thronfolger, Carlos und Margarita María, angewandt, so daß im Einzelfall drei Sonnen in einer Pictura erscheinen können.
 
Literatur: Steven N. Orso, Art and death at the Spanish Habsburg court. The royal exequies for Philip IV, Columbia, Missouri 1989. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 213.
 
Künstler: Pedro de Villafranca y Malagón
 
Sprache(n): span.     -     Kollation: 16 Bl., 120 S.: 49 Ill.
Signatur: BSB: Rar. 4454








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