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Imago primi saeculi societatis Iesu a provincia Flandro-Belgica eiusdem societatis repraesentata
Gedruckt in Antwerpen
 
Die 'Imago primi saeculi' (1640) wurde zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Gesellschaft Jesu bei Moretus in Antwerpen gedruckt. Als Herausgeber fungierte Johannes Bollandus (1596-1665), Mitherausgeber war Jan de Tollenaar (1582-1643). Noch im gleichen Jahr entstand, ebenfalls bei Moretus, eine Übersetzung ins Niederländische ('Afbeeldinghe van d’eerste eeuwe der Societeyt Jesu').
Das Titelkupfer fertigte Cornelis Galle nach einem Entwurf des Malers und Kupferstechers Philip Fruytiers (1610-1666) an. Es scheint wahrscheinlicher, daß es sich dabei um den älteren Galle handelt (1576-1650), weil sein Sohn (1615-1678) zum Zeitpunkt der Entstehung noch relativ jung war und insgesamt nicht an die Fähigkeiten seines Vaters heranreichte; allerdings ist ein bedeutender Teil des Werkes beider nicht eindeutig dem Vater bzw. Sohn zuzuordnen.
Das Werk gliedert sich in eine Vorrede an den Leser, die auch einen Überblick über den Gesamtaufbau bietet (viii S.), die "Dissertationes Prolegomenae" (S. 1-52) und dann in sechs Bücher, die unter den Themen "Societas nascens" (S. 53-203), "Societas crescens" (S. 204-330), "Societas agens" (S. 331-480), "Societas patiens" (S. 481-580), "Societas honorata" (S. 581-727) und "Societas Flandro-Belgica" (S. 728-952) die Geschichte der Gesellschaft seit ihrer Gründung 1540 behandeln. Ein Register (xxii S.) schließt den Band ab.
Die insgesamt 125 Kupferstiche im Band sind unsigniert; sie sind in Gruppen verschiedenen Umfangs zusammengestellt, die jeweils am Ende der Prolegomena bzw. der sechs Bücher angeführt werden: S. 43-52 (9), 173-203 (31), 317-330 (14), 452-480 (28), 564-580 (17), 714-727 (14), 937-949 (12). Dabei wurden einzelne Stiche aus verschiedenen anderen Emblembüchern übernommen: S. 44 aus Hugos 'Pia desideria' (1624), S. 180 aus Cats' 'Maechden-plicht', S. 456 aus Bourgoignes 'Ghebreken der Tonghe ende Middelen om diete verbeteren' (1631), S. 466 aus 'Thronus Cupidinis' (1620). Der Aufbau der Embleme ist stets gleich: auf eine formelhafte Themenbenennung folgt die Pictura, darunter das Motto, die Subscriptio in meist lateinischen, selten griechischen oder hebräischen Versen.
Das Emblem auf S. 714 enthält die falsche Pictura, die weiter unten auf S. 720 - nunmehr richtig - auftaucht.
Das Titelkupfer wird von einer weiblichen Personifikation der Gesellschaft Jesu bestimmt, die auf dem überwundenen Chronos sitzt und so den Anspruch auf langen Bestand der Gesellschaft unterstreicht. Der ihr zugeordnete Ausspruch "Non nobis Domine, non nobis; sed Nomine tuo" nimmt Bezug auf den Leitspruch der Jesuiten "Omnia ad maiorem Dei gloria". Links und rechts von ihr werden von Putti je drei Medaillons vor eine Säule gehalten; in den sechs römisch numerierten Medaillons werden charakteristische Embleme der sechs Teile in verkleinerter, z.T. inhaltlich reduzierter Form aufgenommen und so die thematischen Schwerpunkte der sechs Kapitel angedeutet. Die Sockel der Säulen sind wiederum mit je einem Emblem geschmückt; beide beziehen sich allgemeiner auf den zum Zeitpunkt des Druckes hundertjährigen Bestand der Gesellschaft.
Auch einzelne weitere Elemente des Titelkupfers nehmen Bezug auf bestimmte folgende Embleme; so ruft ein Putto mit einem Jagdfalken auf dem Arm und dem Spruchband "Ad nutum" bereits den unbedingten Gehorsam der Ordensmitglieder ihren Vorgesetzten gegenüber auf, wie er in den Emblemen S. 191-194 thematisiert wird, andererseits auch Emblem S. 942, wo ebenfalls ein Jagdvogel in der Pictura auftaucht. Ein Kompaß auf einem Spruchband "Tearraque marique" verweist auf das Emblem S. 323, wo ein Kompaß auf den Nordstern ausgerichtet ist und in dem der strikte Gehorsam des Ordens dem Papst gegenüber emblematisch umgesetzt wird.
Zwei Motive lassen keinen Zusammenhang mit einem der folgenden Embleme erkennen und sind ihrem Inhalt und ihrer Bedeutung nach unklar. Links unten hält ein Putto mit dem Spruchband "Sine labe" eine Art Pfanne am Griff, rechts hat sein Pendant mit dem Spruchband "Sine aere" einen Fuß auf einen nicht genau erkennbaren Gegenstand gestellt; dabei weist er in der Titelei auf die Worte "officina Plantiniana".
 
Bibliographie: Praz, S. 380. - De Backer-Sommervogel I,1625,5. - Landwehr (1988) Nr. 378. - Sinnbild (1991), S. 212. - CLEJS I,S. 56f.
 
 
Sprache(n): lt., griech., hebr.     -     Fingerprint: Q.NA t.uo n-i- Scpa 3 M.DC.XL.
Exemplare: ZIKG: 4 SB 240/49 R    -    Signatur: BSB: Res/2 Jes. 12








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